Die Schamanin
veröffentlicht am 16 Juli 2009

Wer hat nicht schon mal als Kind Indianer gespielt, wurde -wie ich einst- von den großen Kindern am Marterpfahl vergessen, als die Mamis zum Essen riefen, oder hat ähnlich lustige Erinnerungen? Erfreulicherweise hat sich diesbezüglich auch die Filmindustrie gewandelt und hat ihr Bild vom "bösen Wilden" längst korrigiert. Was ich in letzter Zeit festgestellt habe: Es gibt immer mehr erwachsene Fans der Indianer-Kultur. Besonders die Lebensphilosophie gewinnt zunehmend an Interesse.

Da stellt sich ganz salopp die Frage: Wenn ich beispielsweise den Kindern beibringen möchte, wer und was Indianer wirklich ausmacht - woher einen echten Insider nehmen, wenn nicht stehlen?!

Die Schamanin BS

Und genau hier kommt Gabriele Flowers ins Spiel. Sie hat bei indianischen Medizinleuten aus Nordamerika gelernt, in Deutschland mit ihnen zusammen gelebt und durch diese Kombination deren Philosophie in das hiesige Leben einbinden können. Zunächst die Antwort auf die häufigste Frage: Ja, sie heißt wirklich so mit Nachnamen. Zu ihrem Beruf oder -besser gesagt- ihrer Berufung: "Ich verbinde Ethnotherapie mit Erlebnispädagogik", erklärt Gabriele Flowers ihren Beruf. Die Definition: Ethnotherapie sind therapeutische Heilverfahren, die auf Erfahrungen und Methoden anderer Kulturkreise beruhen. Die Erlebnispädagogik bedeutet einfach das Lernen durch praktische Erfahrung.

"Am leichtesten kann man Kinder für andere Kulturen sensibilisieren, indem man ihnen Spiele und Erlebnisse anbietet." Das geschah bisher an einigen Schulen mit Hilfe von Indianerfesten und unterrichtsbegleitenden Projekten, in deren Rahmen Flowers und ihre Mitarbeiter nicht etwa bunte Federn ins Haar steckten und wild um ein Lagerfeuer hüpften. Originale - egal ob Tipi oder Trommeln - gab es zu sehen und wurden auch benutzt... eben zum Anfassen. So wurde Perlenstickerei angeboten, und Geschichten, mit denen Indianer von Generation zu Generation ihre Lebensphilosophie weitergeben, festigen und erweitern... Für Erwachsene gibt es ebenfalls Angebote. Doch Flowers möchte dieses Konzept noch weiter ausbauen und in der Region Landkreis Dahme Spreewald etablieren.

"Mein großer Traum ist es, sozusagen ein Indianerdorf zu gründen als Begegnungsstätte für Menschen, die mal ein paar Tage wirklich aussteigen wollen oder müssen. Und natürlich für Kinder, damit sie dort die Kultur der Indianer wirklich kennenlernen." Aber das ist nicht so einfach, denn "...dazu gehört ein großes Gundstück, vielleicht ein brachliegendes Stück Land, dessen Eigentümer sagt: Für so ein Projekt stelle ich das gern zur Verfügung."

Was aber die Person Gabriele Flowers so sympathisch macht: Sie pflegt ihre Träume und Ideale, will wirklich geben statt nehmen und steht dabei aber mitten im Leben. So erklärt sie gern die Philosophie der Indianer oder auch das, was sie in ihrer Praxis für Bioenergetik/ Volksmedizin anbietet - doch sie ist nicht als selbst ernannte Heilsbringerin unterwegs. Und wenn man mit einem grinsenden OMMM ihren Humor testet, erhält man sofort ein lautes Lachen als Antwort oder sie platziert bei der Gelegenheit selbst eine Pointe. Ihre Gratwanderung zwischen Indianer und KWer ist also erfolgreich. Hugh.

www.whitebuffalospirit.de